Schulgesetze in NRW

Jedes Bundesland hat seine eigenen Schulgesetze und so ist es für Eltern, die durch einen Umzug das Bundesland wechseln, immer besonders schwer, sich mit den anderen Regelungen vertraut zu machen. Einen Überblick über die Schulgesetze in NRW finden Sie auf der Webseite des Mnisteriums für Schule und Bildung.

Erlass zur Förderung von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten im Erlernen des Lesens und Rechtschreibens (LRS)

Die Regelungen für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben sind in NRW über einen Erlass geregelt. Leider enthält der folgende Erlass keine Regelung zur Dyskalkulie. Der LRS Erlass gilt für die Klassen 1 - 9 bzw. bis einschließlich Klasse 10 in allen Grundschulen und weiterführenden Schulen, d.h. auch in Gymnasien bis G8 und ebenso in der Gesamtschule (G9). Jedes Kind soll eine individuelle Förderung erhalten.

Sekundarstufe I

Die Regelung für Schülerinnen und Schüler mit Problemen im Lesen und Rechtschreiben ist für die Sek I in der (APO-S I) gefasst und geht von Klasse 5 bis einschließlich Klasse 10 (bei G 8 bis einschließlich Klasse 9).

In welchem Umfang darf die sprachliche Richtigkeit bei der Notengebung berücksichtigt werden?
Die Förderung in der deutschen Sprache ist Aufgabe des Unterrichts in allen Fächern. Häufige Verstöße gegen die sprachliche Richtigkeit in der deutschen Sprache müssen bei der Festlegung der Note angemessen berücksichtigt werden. Dabei sind insbesondere das Alter, der Ausbildungsstand und die Muttersprache der Schülerinnen und Schüler zu beachten (§ 6 Abs. 5 APO-S I).
Die Lehrkräfte aller Fächer haben danach die Aufgabe, die Schülerinnen und Schüler im mündlichen und schriftlichen Gebrauch der deutschen Sprache zu fördern. Dazu machen sie grundsätzlich auch außerhalb des Deutschunterrichts auf Fehler aufmerksam, geben regelmäßig schriftliche und mündliche Rückmeldungen über Leistungen in der deutschen Sprache und korrigieren Fehler. Wenn dennoch häufig gegen den im Unterricht vermittelten und gründlich geübten Gebrauch der deutschen Sprache verstoßen wird, kann dies zur Absenkung der Note um bis zu eine Notenstufe führen. Dies gilt nicht für Schülerinnen und Schüler mit Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS).
Gegenüber Schülerinnen und Schülern, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, obliegt den Schulen eine besondere Sorgfaltspflicht. Dazu gehört es vor allem, Alter und Lernausgangslage sowie die Lernfortschritte zu berücksichtigen. Dies wird in aller Regel dazu führen, dass vom maximalen Spielraum der Absenkung der Note um bis zu eine Notenstufe kein Gebrauch gemacht wird.

Sekundarstufe II

Der Umgang mit Schülerinnen und Schüler mit Problemen im Lesen und Rechtschreibenist in der APO-GOSt für die Klassen 9 - 12 bzw. 13  dargelegt. Im 3. Abschnitt
"Leistungsbewertung" wird folgendes ausgeführt:

§ 13 Grundsätze der Leistungsbewertung
(7) Soweit es die Behinderung oder der sonderpädagogische Förderbedarf
einer Schülerin oder eines Schülers erfordert, kann die Schulleiterin oder
der Schulleiter Vorbereitungszeiten und Prüfungszeiten angemessen ver-
längern und sonstige Ausnahmen vom Prüfungsverfahren zulassen; in
Prüfungen mit landeseinheitlich gestellten Aufgaben entscheidet an Stelle
der Schulleiterin oder des Schulleiters die obere Schulaufsichtsbehörde.
Entsprechendes gilt bei einer besonders schweren Beeinträchtigung des
Lesens und Rechtschreibens. Die fachlichen Leistungsanforderungen bei
Abschlüssen und Berechtigungen bleiben unberührt.

Im beruflichen Gymnasium und Berufskolleg gibt es ebenfalls Regelungen für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Schwierigkeiten im Lesen und Rechtschreiben. In der APO-BK sind im §15 "Ergänzende Bestimmungen für behinderte Schülerinnen und Schüler" auch die Probleme des Lesens und Rechtschreibens thematisiert.

Besonderheiten zu den Vorschriften des Beruflichen
Gymnasiums – Anlage D der Ausbildungs- und Prü-
fungsordnung Berufskolleg – APO-BK
§ 15 Ergänzende Bestimmungen
für behinderte Schülerinnen und Schüler
Soweit es die Behinderung oder der sonderpädagogische Förderbedarf ei-
ner Schülerin oder eines Schülers erfordert, kann die Schulleiterin oder der
Schulleiter Vorbereitungszeiten und Prüfungszeiten angemessen verlän-
gern und sonstige Ausnahmen vom Prüfungsverfahren zulassen; in Prü-
fungen mit landeseinheitlich gestellten Aufgaben entscheidet an Stelle der
Schulleiterin oder des Schulleiters die obere Schulaufsichtsbehörde. Ent-
sprechendes gilt bei einer besonders schweren Beeinträchtigung des Le-
sens und Rechtschreibens. Die fachlichen Leistungsanforderungen bei
Abschlüssen und Berechtigungen bleiben unberührt.

 Die Orientierungshilfe für Schulleitungen der jeweiligen Schularten finden Sie auf der Webseite des Ministeriums für Schule und Bildung.